KundenportalKontakt
Versicherungen
Gesundheit
Service
StartseiteBegleitungKlima und GesundheitHitze und Gesundheit
Klima und Gesundheit

Hitze und Gesundheit: Die Gefahren von Hitzewellen für den menschlichen Körper

VERFASST VON EINEM ARZT
Hitzewellen werden jeden Sommer häufiger, länger und intensiver. In der Schweiz haben sie reale gesundheitliche Folgen, vor allem bei besonders gefährdeten Personen. Im Jahr 2022 verursachte der Strassenverkehr 241 Tote, während die hohen Temperaturen laut Schätzungen für 474 Todesfälle verantwortlich waren. Im Strassenverkehr schützt uns ein Sicherheitsgurt. Der beste Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels ist eine Reduktion unserer Treibhausgasemissionen. Wenn wir die Auswirkungen von Hitze auf den menschlichen Körper besser verstehen, können wir geeignete Massnahmen ergreifen, um uns wirksam davor zu schützen.

  • Was passiert bei grosser Hitze im menschlichen Körper?
  • Wann sollte man einen Arzt konsultieren?
  • Wie kann man sich während einer Hitzewelle schützen?

Hitze und Gesundheit: Die Gefahren von Hitzewellen für den menschlichen Körper im Überblick

Durchschnittliche Dauer der Auswirkungen
Ist der menschliche Körper anhaltend hohen Temperaturen ausgesetzt, kann die Hitze sofortige Auswirkungen haben, vor allem wenn die Nachttemperatur nicht genügend sinkt, um dem Körper Erholung zu ermöglichen.
Zu beachtende Symptome
Alarmzeichen sind ungewöhnliche Müdigkeit, anhaltende Kopfschmerzen, Schwindelgefühl in Verbindung mit Übelkeit oder Erbrechen, Muskelkrämpfe, ungewöhnlich heisse, trockene und gerötete Haut, Schläfrigkeit oder Verwirrung sowie eine Körpertemperatur von über 39 °C.
Personen mit erhöhtem Risiko
Zu den Risikogruppen gehören:
  • Personen ab 65 Jahren als Folge einer verminderten Wärmeregulierung
  • Säuglinge und Kleinkinder, die einer schnellen Dehydrierung besonders stark ausgesetzt sind
  • Personen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herzinsuffizienz
  • alleinstehende oder pflegebedürftige Personen
  • der Hitze ausgesetzte Arbeitstätige, namentlich in der Landwirtschaft und im Baugewerbe
  • Personen, die in Städten und Agglomerationen wohnen
  • Personen, die an der Sonne Sport treiben
Schweregrad
Hitzewellen können zu Dehydrierung, Hitzschlag, akutem Nierenversagen oder einer Verschlimmerung von Vorerkrankungen führen. Im Jahr 2022 wurden in der Schweiz rund 474 Todesfälle registriert, die auf die Sommerhitze zurückführbar sind.

Was passiert bei grosser Hitze im menschlichen Körper?

Ab 30 °C aktiviert der menschliche Körper Mechanismen wie Schwitzen, um seine Innentemperatur bei 37 °C zu halten. Dieses Temperaturregulierungssystem ermöglicht die Ableitung überschüssiger Wärme. Bei länger andauernder oder intensiver Hitze können diese Mechanismen jedoch überfordert sein. Dann sammelt sich die Wärme im Organismus an und setzt ihn der Gefahr einer Überhitzung aus, was zu schwerwiegenden Funktionsstörungen führen kann. Die extremste Ausprägung dieses Ungleichgewichts ist ein Hitzschlag: Er tritt ein, wenn der Körper eine Temperatur von über 40 °C erreicht und nicht mehr schwitzt. Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall.Komplikationen Starke Hitze kann akute Auswirkungen haben oder bestehende Erkrankungen verschlimmern:
  • Schwere Dehydrierung: Ein erheblicher Wasserverlust kann zu Blutdruckabfall, kognitiven Störungen und vor allem bei älteren oder geschwächten Menschen sogar zum Koma führen.
  • Hitzeerschöpfung: Diese tritt bei übermässigem Verlust von Wasser und Mineralstoffen ein. Sie äussert sich durch grosse Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, starkes Schwitzen und manchmal erhöhte Körpertemperatur. Betroffen sind vor allem ältere und sehr junge Menschen sowie Sporttreibende.
  • Hitzschlag: Gelingt dem Körper die Abkühlung nicht mehr, kann die Körpertemperatur auf über 40 °C steigen, verbunden mit Bewusstlosigkeit und ungewöhnlich trockener Haut. Ohne schnelle Behandlung besteht Lebensgefahr.
  • Chronische Komplikationen: Hitze kann zu einer Verschlimmerung bestehender chronischer Krankheiten wie Herz-Kreislauf-, Atemwegs- oder Stoffwechselerkrankungen führen.
  • Nierenleiden: Starke Dehydrierung kann zu akutem Nierenversagen führen, vor allem bei Betagten oder Personen, die Diuretika einnehmen.
Weitere Informationen
Hitzetage und Hitzewelle: Was ist der Unterschied?
Hitzetage
Grosse Hitze während einem oder zwei Tagen.
Hitzewelle
Mindestens drei Tage in Folge hohe Temperaturen ohne Überschreitung der Alarmschwellen.
Hitzewelle mit Tropennächten
Mehr als drei Tage in Folge sehr hohe Temperaturen mit Tropennächten und Überschreitung der Alarmschwellen. Diese Situation stellt ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar.

Wann sollte man einen Arzt konsultieren?

Warnzeichen, die man nicht ignorieren sollte

  • erhöhte Körpertemperatur (häufig zwischen 38 °C und 40 °C, bei Hitzschlag sogar noch höher)
  • ungewohnte Müdigkeit, ausgeprägte Schwäche
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten
  • Übelkeit und Erbrechen
  • schnelle Atmung, Atemnotgefühl
  • übermässiges Schwitzen oder trockene und heisse Haut
  • starker Durst, trockener Mund und trockene Haut, eingefallene Augen
  • verminderte Urinmenge oder dunkler Urin
  • Fieber, Verwirrung, Desorientierung, Schläfrigkeit oder Bewusstlosigkeit
Wann sollte man Ärztin oder einen Arzt aufsuchen oder den Notarzt rufen?

  • wenn sich bei der Person Bewusstseinsstörungen zeigen (Benommenheit, Verwirrung, Unwohlsein, Koma)
  • wenn sie nicht trinken will oder kann
  • wenn sich ihre Hautfarbe ändert (Blässe, ungewöhnliche Rötung) oder wenn sich die Haut kalt oder heiss anfühlt
  • wenn sich die Person trotz getroffener Massnahmen nicht erholt
  • bei einer Körpertemperatur von über 40 °C oder anderen Symptomen, die auf einen Hitzschlag hindeuten


Rufen Sie in diesen Fällen sofort die Notrufnummer (144) an. Bringen Sie die Person bis zum Eintreffen der Rettungskräfte an einen schattigen oder kühlen Ort, ziehen Sie ihr die Kleidung aus, kühlen Sie die Haut mit Wasser (durch Besprühen oder mit feuchten Tüchern) und versuchen Sie, ihr etwas zu trinken zu geben, wenn sie bei Bewusstsein ist.
Prävention
  • regelmässig trinken, bevor sich Durst bemerkbar macht (1.5 bis 2 Liter pro Tag)
  • an einem kühlen Ort bleiben, tagsüber Storen/Fensterläden schliessen, nachts lüften
  • den Körper erfrischen: lauwarme Dusche, mit Wasser besprühen, feuchte Tücher auflegen
  • zwischen 11 und 17 Uhr körperliche Anstrengungen vermeiden
  • helle und leichte Kleider tragen
  • sich mit Angehörigen in Verbindung setzen

Besondere Tipps für Risikopersonen

Bestimmte Personen sind besonders hitzeempfindlich: Betagte, Kinder, Patienten in Behandlung, im Freien Sport treibende und arbeitende Personen. Bei grosser Hitze sind besondere Vorsichtsmassnahmen angezeigt.
Betagte
  • Angehörigen regelmässig Bescheid gehen, wie es geht
  • bei Unwohlsein wegen Hitze um Hilfe bitten
  • wenn Ihre Wohnung schlecht isoliert ist, sich in eine kühlere Unterkunft begeben
  • wenn Sie alleinstehend sind, sich beim Sozialamt melden, um angemessene Betreuung zu erhalten
Kinder
  • Aufenthalte im Freien beschränken, vor allem mit Säuglingen
  • den Kindern leichte, weite und helle Kleidung sowie eine Kopfbedeckung anziehen
  • in Innenräumen nur wenig Kleidung anziehen und häufig in lauwarmem Bad kühlen
  • regelmässig und auch ungefragt Wasser anbieten
  • bei hoher Luftverschmutzung ist besondere Vorsicht geboten: erhöhtes Risiko für Atemwegsbeschwerden oder Asthma
Im Freien arbeitende Personen
  • den Arbeitsrhythmus anpassen: kühlere Tageszeit nutzen und häufiger Pausen im Schatten einlegen
  • regelmässig trinken (ein Glas alle 15 bis 20 Minuten)
  • körperliche Anstrengung reduzieren, vor allem während der ersten Hitzetage
  • auf Gesundheitszustand achten, auch bei Kolleginnen und Kollegen
Personen in ärztlicher Behandlung
  • ohne Rücksprache mit dem Arzt nie die Behandlung ändern
  • gewisse Medikamente können die Auswirkungen von Hitze verstärken
  • bei Hitzschlag keine Selbstmedikation mit Aspirin und Paracetamol
Sporttreibende
  • bei grosser Hitze keinen Sport treiben, vor allem nicht zur wärmsten Tageszeit (11 bis 21 Uhr)
  • regelmässig trinken, geeignete Kleidung tragen und sich vor der Sonne schützen
  • Trainingsintensität und -dauer reduzieren

Weiterlesen

Begleitung
So bleibt der Rücken gesund
Begleitung
Nach 50 in Form bleiben
Begleitung
Atemwegs- und HNO-Probleme
Begleitung
Alternative Medizin
Begleitung
Vorbeugen durch sportliche Betätigung
Rechner
Hilfe
Chatbot