Überschüssige Reserven der Krankenversicherer

Version August 2021

Die Reserven der Krankenversicherer sind momentan viel zu hoch. Dieses Geld muss unbedingt den Versicherten zugutekommen. Die überschüssigen Reserven sollten so gerecht wie möglich aufgeteilt werden. Das heisst, dass in erster Linie jene profitieren sollten, die dazu beigetragen haben, die Reserven aufzubauen. Zudem ist es wichtig, dass alle Krankenversicherer dazu angehalten werden, die Prämien so präzis wie möglich zu berechnen, um derartige Überschüsse künftig zu vermeiden.

CHF 11 Milliarden

Das ist der Gesamtbetrag der Reserven aller Krankenversicherer im Jahr 2021. Vor drei Jahren lag dieser Betrag noch bei CHF 7 Mia.

Kontext

Jeder Krankenversicherer ist gesetzlich dazu verpflichtet, Reserven aufzubauen. Wozu dienen sie? Mit den Reserven werden Kosten gedeckt, die durch unvorhersehbare Ausgaben und aussergewöhnliche gesundheitliche Situationen entstehen können. Zum Beispiel bei einer Pandemie.

Die Reserven werden durch Überschüsse der Jahre gebildet, in denen die vergüteten Leistungen tiefer ausfallen als die Prämieneinnahmen.

Situation je nach Versicherer unterschiedlich

Assura nutzt die bestehenden gesetzlichen Mittel, um die Reserven auf einem angemessenen Niveau zu halten. Das heisst, wir berechnen unsere Prämien so präzis wie möglich, um die geschätzten Kosten für die Leistungen unserer Versicherten des laufenden Jahres decken zu können. Wenn wir am Ende eines Jahres feststellen, dass die Prämieneinnahmen höher waren als die Kosten, beantragen wir beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Rückerstattung des Überschusses an die betroffenen Versicherten. So haben wir im Jahr 2019 CHF 30 Mio. an 500'000 Versicherte zurückerstattet und dasselbe auch für 2021 vorgesehen.

Die Solvenzquote einiger Krankenversicherer ist aktuell viel zu hoch und beträgt mehr als 300%. Eine allgemeine Entwicklung: Die Reserven der Schweizer Krankenversicherer haben in den letzten drei Jahren gesamthaft stark zugenommen. Die durchschnittliche Solvenzquote ist von 150% auf 200% und der Gesamtbetrag von CHF 7 Mia. auf CHF 11 Mia. gestiegen.

Das meint der Experte

Eine Solvenzquote von 150% entspricht den Leistungen, die ein Versicherer wie Assura in einem Quartal erstattet. Sie reicht aus und sorgt dafür, dass die Reserven ihre Aufgabe vollständig erfüllen können. Bei einer durchschnittlichen Solvenzquote der Krankenversicherer von 200% könnten die Reserven um rund CHF 3 Mia. abgebaut werden, ohne die Stabilität unseres Gesundheitssystems zu gefährden.

Daniel Habegger, Verantwortlicher Politik, Public Affairs Assura

Unser Standpunkt

Assura unterstützt die Rückerstattung der überschüssigen Reserven in Form eines Betrages an jeden Versicherten. Wir halten es für gerechter, wenn dieser Betrag auf kantonaler statt eidgenössischer Ebene festgelegt würde.

Ausserdem sollten Massnahmen getroffen werden, um alle Krankenversicherer dazu anzuhalten, die Prämien so präzis wie möglich zu berechnen, um derartige Überschüsse künftig zu vermeiden. Daher befürwortet Assura die obligatorische Erstattung der zu viel bezahlten Prämien, wenn die Reserven 150% des gesetzlichen Minimums erreichen. Bei Assura entsprechen die 150% den Kosten der Leistungen, die wir in einem Vierteljahr übernehmen. Diese Quote halten wir für angemessen und sie sollte nicht gesenkt werden, da Reserven nützlich sind und weiterhin ausreichen müssen, um ihren Zweck zu erfüllen.

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