Generika: genauso wirksam, aber günstiger

September 2021

Generika sind viel günstiger als Originalmedikamente. Dabei sind sie genauso wirksam. Die Schweizer Bevölkerung nutzt Generika im internationalen Vergleich aber zu wenig. Hier gibt es ein enormes Potenzial dies zu steigern.

30 %

So viel beträgt in der Schweiz die durchschnittliche Preisdifferenz zwischen einem Originalmedikament und dessen Generika.

Kontext

Ein neues Medikament ist in der Regel während 20 Jahren durch ein Patent geschützt. Während dem Patentschutz hat der Pharmahersteller Zeit, die Investitionskosten für Forschung, Entwicklung und Vermarktung des Arzneimittels zu amortisieren. Läuft das Patent aus, können eine oder mehrere Kopien, also Generika, auf den Markt gebracht werden.

Anschliessend sind in der Apotheke mehrere Medikamente mit demselben Wirkstoff (Bestandteil mit therapeutischer Wirkung) erhältlich. Diese unterscheiden sich einzig in Konsistenz, Farbe oder Geschmack. Generika sind im Allgemeinen günstiger. Sie sind aber genauso wirksam.

Generika in der Schweiz zu teuer

In der Schweiz sind Medikamente zu teuer. Das gilt besonders für Generika. Der Auslandpreisvergleich 2020 von santésuisse und Interpharma zwischen der Schweiz und neun anderen europäischen Ländern beweist: Generika sind hierzulande fast doppelt so teuer wie anderswo.

Das erklärt, warum Generika immer noch wenig verschrieben und von der Schweizer Bevölkerung wenig genutzt werden. Infolgedessen machen sie nur etwa 20% des Medikamentenumsatzes aus, was im internationalen Vergleich wenig ist.

Unser Standpunkt

Die von Apotheken, bestimmten Ärzten und Krankenhäusern abgegebenen Arzneimittel machen mehr als 20% der durch die Grundversicherung übernommenen Ausgaben aus. Das Verschreiben und die Wahl von Generika sowie das Senken ihrer Preise sind daher zu fördern.

Assura begrüsst den Vorschlag des Bundesrats, einen Maximalpreis für Medikamente mit gleichem Wirkstoff festzulegen. Durch die Grundversicherung soll lediglich dieser Betrag vergütet werden. Patienten, die ein teureres Medikament wählen, haben die Differenz selbst zu bezahlen. Der Vorschlag, der vom Nationalrat abgelehnt wurde, kommt demnächst in den Ständerat.

Als logische Konsequenz wäre eine Anpassung des Vertriebsanteils (Differenz zwischen Herstellungskosten und Marktpreis) bei den Medikamentenkosten angebracht. Je teurer ein Medikament ist, umso höher fällt heute der Vertriebsanteil aus. Der Wechsel zu einer einheitlichen Vertriebspauschale für Medikamente mit demselben Wirkstoff wäre ein ausgezeichneter Anreiz für die Kunden, konsequent die günstigsten Medikamente angeboten zu bekommen.

Indem man den Informationsstand der Bevölkerung diesbezüglich fördert, ermöglicht man es jedem einzelnen, sich im Gesundheitswesen besser zurechtzufinden und durchdachte Entscheidungen zu treffen, die sowohl den persönlichen Bedürfnissen und Erwartungen als auch dem Kosten-Nutzen-Verhältnis gerecht werden.